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Audi-Sport-Fahrer Markus Winkelhock erklärt seinen Teamwechsel im ADAC GT Masters, wie er sich aktuell fit hält und warum er kein Sim-Racing macht.

Der Schwabe ist einer der bekanntesten Namen im Starterfeld der „Liga der Supersportwagen“. Erstmals startete der ehemalige Formel-1-Pilot und FIA-GT1-Weltmeister 2012 auf dem Nürburgring in der Rennserie. Mittlerweile hat Winkelhock im ADAC GT Masters fast 90 Rennen absolviert. Beeindruckt ist er von der Entwicklung, die die Serie in diesem Zeitraum genommen hat: „Das ADAC GT Masters ist über die Jahre immer weiter gewachsen und stärker geworden – sowohl was die Fahrer als auch was die Teams angeht. Es war früher schon eine coole Serie, aber heute ist sie noch ein paar Level höher. Wir hatten 2011 auch schon weit über 30 Autos, aber heute ist es viel schwieriger, in die Top 10 reinzufahren. Das Fahrerniveau ist sehr hoch und die Leistungsdichte brutal. Im Qualifying liegen teilweise 30 Autos innerhalb einer Sekunde. Wenn man da einen kleinen Fehler macht, den Reifen nicht optimal nutzt oder eine schnelle Runde wegen einer Gelben Flagge abbrechen muss, kostet das schon sieben, acht Startplätze. Und dann ist es bei dem starken Fahrerfeld nicht einfach, wieder nach vorne zu kommen.“

In den vergangenen drei Jahren startete Winkelhock für BWT Mücke Motorsport, in der neuen Saison jedoch erstmals für EFP Car Collection by Tece, wo er sich einen Audi R8 LMS mit Florian Spengler teilt. Warum der Teamwechsel? „Florian, der auch Schwabe ist, wollte unbedingt mit mir fahren. Zudem kenne ich Car Collection schon länger. Ich bin schon einige Langstreckenrennen für das Team gefahren, unter anderem im vergangenen Jahr beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Das ist eine echt coole Truppe, die aber auch einen sehr professionellen Job macht. Ähnlich wie bei Mücke herrscht dort eine sehr familiäre Stimmung und das gefällt mir gut. Wir haben Gespräche geführt und dann hat es sich in diese Richtung entwickelt. Jetzt ist daher ein Tapetenwechsel angesagt und das sorgt noch einmal für neue Motivation. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

Mit Spengler hat der 39-Jährige anders als zuletzt bei Mücke keinen jungen Teamkollegen, sondern einen Fahrer, der sogar schon mehr Rennen im ADAC GT Masters absolviert hat als er selbst. Ändert sich für Winkelhock daher seine Rolle? „Nein eigentlich nicht. Flo hat zwar im ADAC GT Masters mehr Rennen absolviert als ich, aber als Audi-Sport-Fahrer kenne ich den R8 LMS besser als er, da ich viel öfter im Auto sitze. Daher möchte ich viel von meinen Erfahrungen weitergeben. Man darf auch nicht vergessen, dass Flo kein Profi ist. Er arbeitet regulär in der Firma seines Vaters und betreibt nur an den Wochenenden Motorsport. Und dafür macht er einen echt guten Job.“

Zu den Saisonzielen sagt Winkelhock: „Florian und ich wollen ein bestmögliches Team bilden und gemeinsam so stark wie möglich sein. Ich habe mit dem ADAC GT Masters noch eine Rechnung offen und würde gerne noch das eine oder andere Podium einfahren. Wenn die Saison losgeht, müssen wir mal sehen, wo wir stehen. Die Serie ist so stark, da kann man nicht sagen, dass man konstant in den Top drei oder Top fünf fahren wird. Daher sollte es unser Ziel sein, einige Topergebnisse einzufahren. Ich glaube, konstant unter den ersten zehn zu fahren, ist ein realistisches, aber bei der Leistungsdichte auch ein nicht so leichtes Ziel.“

Aus der aktuellen, wegen des Corona-Virus schwierigen Situation versucht Winkelhock das Beste zu machen. „Ich treibe viel Sport. Ich gehe laufen und mache mehrstündige Touren mit dem Rennrad oder Mountainbike. Ich wohne in Prag und hier gibt es einige schöne Strecken. Ich versuche mich möglichst fit zu halten“. Sim-Racing, das bei vielen Rennfahrerkollegen aktuell sehr hoch im Kurs steht, macht Winkelhock dagegen nicht. „Ich war eigentlich nie so ein großer Fan davon, da mir der echte Motorsport lieber ist. Mir fehlen zum Beispiel die Gerüche, der Sound oder auch der Nervenkitzel. Daher habe ich mir nie einen Simulator gekauft. In der aktuellen Situation wäre ich aber froh, wenn ich einen hätte. Ich habe mir einige Rennen online angeschaut, und es ist schon wirklich beeindruckend, wie gut und realitätsnah die Simulationen inzwischen sind. Da juckt es mich dann schon, da mal mitzufahren.“

Text Foto: ADAC GT Master